In der Trinkwasseranalytik gibt es aktuell große Veränderungen, die ab Januar 2027 in völlig neue Anforderungen und Prozesse münden. Von da an gilt der neu entwickelte und einheitliche XWasser-Standard für alle an diesen Prozessen beteiligten Partnern – von den Laboratorien über die Wasserversorger und Gesundheitsämter bis hin zu Landes- und Bundesbehörden. Dazu haben wir einen Fachartikel für das Magazin LABO geschrieben, der die neuen Rahmenbedingungen erläutert und konkrete Handlungsoptionen für die betroffenen Labore aufzeigt. Der Beitrag erscheint in der September-Ausgabe der LABO am 16.09.2026. Nachfolgend möchten wir Ihnen aber bereits heute einen kurzen Überblick dazu geben.
Die Ausgangslage bzgl. Trinkwasseranalytik sah in Deutschland bisher so aus, dass in den 16 Bundesländern die Datenübertragung der verpflichtenden regelmäßigen Prüfungen der Trinkwasserqualität mithilfe je unterschiedlicher Schnittstellen und Datenstandards erfolgt(e). Dies erschwert den Datenaustausch untereinander erheblich. Zudem bedeuten die fehlenden Standards eben auch hohe Nachbearbeitungsaufwände, potenzielle Datenverluste durch (teil-)manuelle Übertragungswege und generell eine Datenübermittlung in unterschiedlichen Qualitäten – bspw. in Bezug auf Vollständigkeit und Plausibilität. Außerdem hat man mit fehleranfälligen Schnittstellen zu kämpfen, die bei jeder Änderung der EU-Berichtspflichten neu angepasst werden mussten.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen und den Datenaustausch im Bereich der Trinkwasserhygiene zu harmonisieren, wurde das bundesweite Projekt SHAPTH im Rahmen des ÖGD-Paktes („Öffentlicher Gesundheitsdienst“) initiiert. Ziel ist es, einheitliche Datenaustauschformate und eine gemeinsame Austauschplattform bereitzustellen, über die alle beteiligten Akteure (Laboratorien, Wasserversorger, Gesundheitsämter, Landes- und Bundesbehörden) ihre Daten effizient, sicher und standardisiert übermitteln können. Damit sollen bestehende fehleranfällige Prozesse mit vielen verschiedenen Formaten abgelöst, Bürokratie und manueller Aufwand reduziert sowie die Datenqualität und IT-Sicherheit verbessert werden.
Der im SHAPTH-Projekt entwickelte Standard wird als XWasser bezeichnet und ist ein Datenformat für den bundesweiten Datenaustausch im Bereich Trinkwasserhygiene. Der Standard ermöglicht eine einheitliche Sprache und Struktur über alle Bundesländer hinweg. Für die Labore bedeutet das konkret: Ihre Daten zur Trinkwasseranalyse müssen im Format XWasser aufbereitet werden, damit sie über die SHAPTH-Plattform bzw. über eine API an die zuständigen Stellen übermittelt werden können. Für die verbindliche bundesweite Einführung ist der 01.01.2027 vorgesehen.
Für Labore in der Trinkwasseranalytik läuft daher die Zeit. Welche Handlungsoptionen es nun für diese gibt, hängt insbesondere vom jeweiligen Digitalisierungsgrades (Einsatz eines Laborinformations und Managementsystems – LIMS) und des erwartbaren Meldeaufkommens ab. Detailliert wird dies im Beitrag in der LABO erläutert, dem wir hier nicht vorgreifen wollen und können.
Nur soviel: Wir haben SAMPLES bereits für den XWasser-Standard fit gemacht! Mehr dazu finden Sie im Anwendungsfeld Trinkwasseranalytik.


